class="wp-singular post-template-default single single-post postid-1779 single-format-standard wp-theme-kleintierzentrum-im-park post-1779">

Futtermilben beim Hund – Symptome, Ursachen und Schutzmaßnahmen

Autor: Kleintierzentrum im Park
05.11.2025 |
Lesezeit: 12 Minuten
Allgemein
Dermatologie

Hunde sind wie Familienmitglieder – und ihre Gesundheit liegt uns besonders am Herzen. Eine oft übersehene Gefahr für den Vierbeiner sind Futtermilben, kleine Spinnentiere, die sich in Trockenfutter, Getreide oder Lagerbehältern ansiedeln können. Sie sind mikroskopisch klein, mit bloßem Auge kaum zu erkennen und können die Nahrung Ihres Hundes kontaminieren. Besonders Hunde mit empfindlicher Haut oder bestehender Futtermittelallergie reagieren häufig mit Juckreiz, Hautrötungen oder Verdauungsproblemen, wenn sie mit Futtermilben in Kontakt kommen.

Die Auswirkungen von Futtermilben sind nicht nur ein hygienisches Problem. Sie können eine Futtermilbenallergie oder eine Verschlimmerung bestehender Allergien auslösen. Deshalb ist es wichtig, dass Hundebesitzer wissen, wie sie diese Vorratsmilben erkennen, vorbeugen und ihre Vierbeiner effektiv schützen. Eine frühzeitige Prävention durch richtige Futterlagerung, Hautpflege und angepasste Ernährung kann die Lebensqualität Ihres Hundes deutlich erhöhen. Für weiterführende Informationen über Milbenarten, ihre Unterschiede zu Hausstaubmilben und Behandlungsmöglichkeiten erfahren Sie mehr in unserem Beitrag Milbenallergie beim Hund.

Alternativtext
Beschreibung
Untertitel

Was sind Futtermilben?

Definition und Merkmale
Futtermilben gehören zu den Spinnentieren und sind winzig – mit bloßem Auge kaum sichtbar. Sie ernähren sich von trockenen Futtermitteln, Getreideresten oder nahrhaften Rohstoffen und kommen vor allem in Trockenfutter, Hundefutter-Silos und Verpackungen vor. Anders als Hausstaubmilben, die in Teppichen, Hundebetten oder Matratzen leben, entstehen Futtermilben hauptsächlich durch die Lagerung von Nahrung. Sie können sich bei hoher Luftfeuchtigkeit und warmen Temperaturen schnell vermehren und Milbenkot freisetzen, der beim Hund allergische Reaktionen auslösen kann.

Vorkommen und Lebensbedingungen
Futtermilben fühlen sich besonders in warmen, feuchten Umgebungen wohl. Typische Orte sind offene Futtersäcke, Futtersilos, getreidehaltige Mischungen oder ungeöffnete Verpackungen, die über Monate in der Wohnung gelagert werden. In Herbst und Winter, wenn Hunde mehr Zeit drinnen verbringen und Heizungsluft die Umgebung austrocknet, können Futtermilben dennoch überleben und zu Beschwerden führen. Die Kombination aus wärmegelagertem Futter und weniger frischer Luft begünstigt die Vermehrung der Vorratsmilben.

Warum Futtermilben für Hunde relevant sind
Futtermilben sind für Hunde besonders relevant, weil sie Allergien auslösen können. Sensible Hunde reagieren auf Milbenproteine, die in der Nahrung oder im Milbenkot enthalten sind. Typische Symptome sind Juckreiz, Hautrötungen, Kratzen, Pfotenlecken, Haarausfall und gelegentlich Durchfall oder Erbrechen. Auch Tiere mit bereits bestehenden Futtermittelallergien zeigen oft verstärkte Beschwerden. Besonders in Haushalten mit Hunden und Katzen sollte die Futterlagerung konsequent kontrolliert werden, um eine Kontamination zu vermeiden und das Risiko allergischer Reaktionen zu minimieren.

Symptome von Futtermilben beim Hund

Haut- und Fellreaktionen
Hundebesitzer bemerken häufig, dass ihr Vierbeiner ständig kratzt oder an den Pfoten leckt. Weitere Anzeichen können Hautrötungen, Haarausfall, Dermatitis oder nässende Hautstellen sein. Diese Symptome entstehen durch eine überempfindliche Reaktion des Immunsystems auf Futtermilben. Bei starkem Juckreiz steigt die Gefahr von sekundären Infektionen, die durch Bakterien oder Hefepilze entstehen können.

Verdauungsprobleme
Nicht nur die Haut, auch das Verdauungssystem kann betroffen sein. Durchfall, Erbrechen oder Futterverweigerung treten häufig auf, wenn die Nahrung durch kontaminierte Futtermittel belastet ist. Gerade bei Hunden mit empfindlicher Verdauung ist dies ein klarer Hinweis auf einen möglichen Futtermilbenbefall.

Abgrenzung zu anderen Milben
Im Gegensatz zu Hausstaubmilben, die hauptsächlich über Teppiche, Hundebetten oder Matratzen Kontakt mit der Haut verursachen, gelangen Futtermilben über die Nahrung in den Körper. Sie sind also überwiegend über Trockenfutter relevant, nicht über den Haushalt. Eine klare Abgrenzung hilft Tierärzten, die Ursache gezielt zu behandeln. Erfahren Sie in unserem Beitrag über Hausstaubmilbenallergie beim Hund alles rund um das Thema.

Ursachen und Risikofaktoren

Lagerung und Futterqualität
Futtermilben treten auf, wenn Trockenfutter oder Tierfutter zu lange offen gelagert oder bei hoher Luftfeuchtigkeit aufbewahrt wird. Auch alte Futtersäcke oder unsachgemäß verschlossene Verpackungen bieten ideale Bedingungen für Vorratsmilben.

Empfindlichkeit des Hundes
Hunde mit bereits bestehenden Futtermittelallergien, empfindlicher Haut oder geschwächtem Immunsystem reagieren besonders stark auf Milbenproteine. Auch bestimmte Rassen sind anfälliger für Hautreaktionen und allergische Beschwerden.

Umweltfaktoren in Herbst und Winter
In den kalten Monaten verbringen Hunde mehr Zeit in beheizten Räumen, wodurch die Milbenbelastung in der Umgebung – beispielsweise in Hundebetten, Teppichen oder Futtersäcken – steigt. Gleichzeitig sorgt die trockene Heizungsluft dafür, dass die Haut Ihres Hundes austrocknet, was häufig zu Juckreiz, Kratzen und Hautirritationen führt. Um das Wohlbefinden Ihres Vierbeiners zu erhalten, ist es daher besonders wichtig, Ernährung und Hautpflege gezielt anzupassen.
Bei der Ernährung empfiehlt es sich, auf hochwertiges, hypoallergenes Futter zu setzen, das die Haut von innen unterstützt. Produkte mit Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren, Zink und Biotin stärken die Hautbarriere und reduzieren Entzündungsreaktionen. Auch der Wechsel auf frisch zubereitetes Futter oder Nassfutter kann helfen, die Belastung durch Futtermilben zu minimieren, insbesondere wenn das Trockenfutter längere Zeit gelagert wurde. Achten Sie außerdem auf eine milbenfreie Lagerung des Futters in luftdichten Behältern und kontrollieren Sie regelmäßig die Haltbarkeit.Trockenfutter kann portionsweise für 24 Stunden eingefroren werden, um die Futtermilben zu reduzieren und im besten Fall abzutötren.
Bei der Hautpflege ist regelmäßiges Baden mit milden, dermatologisch getesteten Shampoos sinnvoll, die Feuchtigkeit spenden, ohne die Haut zusätzlich zu reizen. Ergänzend können Pfotenpflegeprodukte und Hautöle die Barrierefunktion der Haut unterstützen und Rötungen oder Schuppenbildung verhindern. Zusätzlich sollten Hundebetten, Decken und Spielzeug regelmäßig gewaschen und der Boden sauber gehalten werden, um die Belastung durch Milbenstaub zu reduzieren.
Durch diese Kombination aus angepasster Ernährung, gezielter Hautpflege und einem sauberen Umfeld können Hundebesitzer die Hautgesundheit ihrer Tiere im Herbst und Winter deutlich verbessern und die Symptome einer Futtermilben- oder Hausstaubmilbenallergie lindern. Ihr Hund bleibt vital, der Juckreiz nimmt ab und das Wohlbefinden steigt spürbar.

Allergien und gesundheitliche Folgen

Futtermilbenallergie
Die Futtermilbenallergie ist eine Überempfindlichkeitsreaktion des Immunsystems. Typische Symptome sind Juckreiz, Hautrötungen, Pfotenlecken sowie Verdauungsprobleme wie Durchfall.

Sekundäre Infektionen
Starkes Kratzen oder Lecken kann zu Hautentzündungen, Ohreninfektionen oder Dermatitis führen. Regelmäßige Kontrolle und tierärztliche Betreuung helfen, diese Folgen zu vermeiden.

Unterschiede zu anderen Allergien

  • Hausstaubmilben: Hautkontakt über Teppiche, Hundebetten oder Matratzen.
  • Futtermittelallergie: Reaktion auf Proteinbestandteile im Futter, unabhängig von Milben.

Diagnose durch den Tierarzt

Anamnese und Beobachtung
Der Tierarzt fragt gezielt nach Futter, Lagerung, Symptomen und Lebensumgebung des Hundes.

Tests
Bluttests auf spezifische Allergene, Hauttests und Ausschluss anderer Ursachen helfen, Futtermilbenbefall zuverlässig zu erkennen.

Alternativtext
Beschreibung
Untertitel

Behandlungsmöglichkeiten

Medikamentöse Therapie
Bei starkem Juckreiz können Antihistaminika, Kortison oder spezielle Medikamente wie Cytopoint® eingesetzt werden, um akute Beschwerden zu lindern.

Anpassung der Ernährung

  • Wechsel auf hypoallergenes Trockenfutter
  • Frisch zubereitetes Futter oder Nassfutter
  • Richtige Lagerung in luftdichten Behältern, ggf. Einfrieren zur Milbenreduktion

Hautpflege
Regelmäßige Pflege mit speziellen Shampoos, Pfotenpflege und Omega-3-Fettsäuren unterstützt die Hautbarriere und reduziert Juckreiz. Wir beraten Sie gerne in unserer Praxis, welche Mittel hier die besten für Ihren Vierbeiner sind.

Prävention und Schutz zu Hause

Futterlagerung

  • Trockenfutter luftdicht, kühl und trocken aufbewahren
  • Alte Futtermengen regelmäßig entsorgen
  • Trockenfutter 24 h portionsweise einfrieren und dann zimmerwarm verfüttern

Hygiene

  • Futternäpfe und Spielzeug sauber halten
  • Hundebetten regelmäßig waschen, Staubsaugen, um sekundäre Allergien zu vermeiden

Schutz in den kalten Wintermonaten

  • Angepasste Ernährung für Haut und Immunsystem
  • Luftbefeuchter bei trockener Heizungsluft
  • Milde Bäder und Hautpflegeprodukte für Hunde

FAQ – Futtermilben beim Hund

Wie erkenne ich Futtermilben im Futter?
Mikroskopisch kleine Spinnentiere, häufig sichtbar als Pulver oder „Milbenstaub“ in alten Futtersäcken.

Können Futtermilben auf Menschen oder andere Tiere übergehen?
Nein, Allergien entstehen durch Proteine und Milbenkot, nicht durch direkten Kontakt.

Ist eine Futtermilbenallergie heilbar?
Symptome können gelindert, vollständige Prävention durch richtige Lagerung und Ernährung erreicht werden.

Welche Hunderassen sind besonders gefährdet?
Hunde mit empfindlicher Haut oder bestehender Futtermittelallergie reagieren häufiger.

Wie kann ich Futtermilben dauerhaft verhindern?
Trockenfutter luftdicht lagern, Futtersäcke prüfen, alte Rationen entsorgen, ggf. Einfrieren.

Hilft hypoallergenes Futter?
Ja, es kann Symptome deutlich reduzieren und Haut und Verdauung entlasten

Im Kleintierzentrum im Park in Bönen, NRW stehen wir Ihnen und Ihrem Hund mit individueller Beratung, Diagnostik und Therapie zur Seite. Unser Team hilft, Futtermilbenbefall zu erkennen, Allergien zu behandeln und Ihren Vierbeiner langfristig geschützt und beschwerdefrei zu halten. Vereinbaren Sie gerne einen Termin – wir kümmern uns herzlich um das Wohl Ihres Hundes.

Ähnliche Beiträge

Hausstaubmilbenallergie Hund – Symptome, Ursachen und effektive Behandlung

Allgemein Dermatologie

Leidet Ihr Hund unter Juckreiz, Hautrötungen oder ständigem Pfotenlecken? Ursache könnte eine Hausstaubmilbenallergie sein, die sich oft im Winter durch trockene Heizungsluft verschlimmert. Erfahren Sie hier, wie Sie die Symptome erkennen und Ihrem Hund helfen.

Chronischer Kaninchenschnupfen – Wenn die Atemwege dauerhaft belastet sind

Allgemein Innere Medizin

Chronischer Kaninchenschnupfen ist eine häufige Herausforderung für Kaninchenhalter. Die Erkrankung kehrt oft wieder und heilt selten vollständig aus, was die Lebensqualität des Tieres beeinträchtigt. Hauptursache sind Bakterien. Dennoch: Mit der richtigen Behandlung, Haltung und Pflege lässt sich die Krankheit gut kontrollieren.

Meerschweinchen Haarlinge behandeln – Ein umfassender Leitfaden

Allgemein Dermatologie

Im Kleintierzentrum im Park in Bönen unterstützen wir Sie dabei, Ihr Meerschweinchen bei einem Befall mit Haarlingen optimal zu versorgen. Unser Ratgeber erklärt, wie Sie die Parasiten erkennen, wirksam behandeln und künftigen Befall vermeiden. So helfen Sie Ihrem Tier, Juckreiz, Haarausfall und Hautreizungen schnell zu überwinden und gesund zu bleiben.

FAQ Haarlinge beim Meerschweinchen – Fragen und Antworten für Meerschweinchen-Besitze

Allgemein Dermatologie

Dieses FAQ hilft Ihnen, Haarlinge bei Meerschweinchen frühzeitig zu erkennen und Ihr Tier optimal zu behandeln.